Was ist das überhaupt?
Das Parcours-Schießen ist eine besonders anspruchsvolle Variante des „Tontaubenschießens“, also des sportlichen Schießens mit einer Flinte auf spezielle, fliegende Ziele.
Diese Ziele sind allgemein als „Tontauben“ bekannt. Jagdlich nennt man sie auch „Wurftauben“, sportlich „Wurfscheiben“.
Unter den Flintendiziplinen (z. B. “Skeet“, “Trap“ und “Doppeltrap“) gilt das Jagdparcours-Schießen wegen seiner hohen Anforderungen an den Schützen als die „Königsdisziplin“. Auf einem Jagdparcours werden jagdliche Situationen (auffliegende Taube, abstreichende Ente, hoher Fasan, springender Hase, etc.) aufgrund der Flugbahnen und verschieden dimensionierter und geformter Wurfscheiben besonders realistisch simuliert.
Denn auf einem Jagdparcours - und wegen seiner topografischen Struktur insbesondere auf dem „Hummelsberg“ – ist nahezu alles möglich. Die Wurftauben werden in einer großen Variation von Flugbahnen, in Winkeln seitwärts-aufwärts-abwärts, mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten, hoch, niedrig, als Querreiter, hoch über Kopf von vorn und hinten, in unterschiedlichen Geschwindigkeiten als Einzeltauben oder Doubletten geworfen.
Während Skeet, Trap und Doppeltrap olympische Sportarten sind, ist die Königsdisziplin Jagdparcours keine olympische Disziplin. Das findet seinen Grund in der naturnahen, den jagdlichen Bedingungen angepassten Gestaltung dieser Sportart. Um als olympische Sportart anerkannt zu werden, wäre es notwendig, dass die Bedingungen für alle Teilnehmer zu jeder Zeit annähernd gleich sind. Das kann beim Jagdparcours nicht garantiert werden. Denn Regen, Wind und Sonnenstand haben zu großen Einfluss auf die Ergebnisse. Eine Vielzahl von Protesten wäre vorprogrammiert.
Da die Jagdparcours-Schützen deshalb nicht an olympischen Spielen teilnehmen können, sind für sie die regelmäßigen Europa- und Weltmeisterschaften von besonderer Bedeutung. Diese werden jedes Jahr in einem anderen Land ausgetragen.
Das Jagdparcours-Schießen ist eine Weltsportart, die sich zunehmender Beliebtheit erfreut. Es ist ein geselliger Sport für 16- bis 80jährige, in dem viel Dynamik und Aktion steckt und in dem Konzentration, Koordination und Schnelligkeit geschult wird. Der Erfolg oder Misserfolg ist für jeden sofort sichtbar.
Es ist eine Passion und Leidenschaft, der man verfallen kann und der man am besten in Gesellschaft von ein paar guten Freunden nachgeht. Man trifft sich auf der Schießanlage und verbringt einige herrliche Stunden. Ein Sport, der auch zum Zuschauen einlädt.
Das „Sportgerät“
Eine Flinte ist, wie im Gesetz definiert, ein Gewehr mit glatten Läufen, aus dem mit Schrot geschossen wird. Die hier gebräuchlichsten sind sog. „Bockdoppelflinten“, bei der zwei Läufe übereinander angeordnet sind, dem Schützen also zwei Schuss zur Verfügung stehen.
Die meisten Parcours-Schützen verwenden Flinten im Kaliber 12, seltener die Kaliber 16 oder 20.
Die Patronen
Die Patronen dürfen eine maximale Schrotstärke von 2.5 mm haben. Gebräuchlich sind Schrotstärken von 2.41 mm, 2.2 mm und 2 mm. Schrotladungen von 24g oder 28g sind völlig ausreichend. Bei Wettkämpfen verwenden die Schützen auch 32g und 36g- Ladungen.
Die Wurfscheiben (Tontauben)
Die Wurfscheiben, die für den Sport benutzt werden, bestehen aus einer gehärteten Mischung biologisch abbaubarer Stoffe. Sie sind so robust, dass sie einerseits den Wurf mit hoher Geschwindigkeit aus den Wurfmaschinen überstehen, andererseits aber von wenigen Schroten getroffen zerbrechen. Sie werden mit exakten Spezifikationen, nach international festgelegten Standards zum Gewicht, zur Größe und Härte produziert.
Eine der Besonderheiten beim Parcours-Schießen ist, dass im Gegensatz zu anderen Flintendisziplinen verschiedene Wurfscheiben-Typen verwendet werden:
Die „Standardscheibe“ hat einen Durchmesser von 110 mm und eine Höhe von 25-26 mm.
Die „Midi“ mit einem Durchmesser von 90 mm täuscht optisch eine weiter entfernt fliegende Standardscheibe vor.
Die „Mini“ ist mit 60 mm Durchmesser und 20 mm Höhe die kleinste aller Wurfscheiben.
Die „Battue“ oder „Segler“ ist eine dünne, flach geformte Scheibe mit 100 mm Durchmesser die wegen des geringen Luftwiderstandes sehr schnell fliegt. Sie ist am Anfang ihrer Flugbahn wegen des niedrigen Profils kaum zu sehen, wird erst gut sichtbar, wenn sie bei nachlassender Geschwindigkeit gegen Ende der Flugbahn plötzlich abkippt und parabelförmig zu Boden stürzt.
„Rabbit“ oder „Rollhasen“ rollen über den Boden. Sie sind ähnlich der „Standardscheibe“ - nur dicker und flach in der Form eines massiven Rades konstruiert, um schnell über den Boden rollen zu können. Der Rollhase springt bei natürlichen und in die Bahn eingebauten Unebenheiten.
Die Wurfscheiben dürfen schwarz sein, es werden aber je nach Hintergrund und Lichtwechsel Scheiben in einem leuchtendem Orange oder Gelb geworfen, damit sie besser zu sehen sind. Auch andere Farben sind möglich.
Die Wurfmaschinen
Die Maschinen sind kostspielige Anlagen, die speziell dafür konstruiert sind, die verschiedenen Wurftaubentypen bis zu 100 m weit zu werfen.
Sie können von einfachem, per Hand gespanntem und von Hand ausgelöstem Typ sein. Meistens – so auch auf dem Jagdparcours Hummelsberg – sind es aber vollautomatische, elektrisch betriebene, auf Knopfdruck funkgesteuert auslösende Anlagen, die Magazine für bis zu 400 Wurfscheiben haben.
Doubletten |